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Nachhaltiges Branding

Paul

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Hi, ich bin Paul und entwickle nachhaltige Marken für Unternehmungen, die wirklich was verändern wollen. Und da Wissen für alle da ist, teile ich es nur zu gerne.

Nostalgisches Branding

Vinz

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Nostalgie mit cleanem Sex-Appeal. Dafür stehe ich mit meiner Arbeit. Fancy Firlefanz brauche ich nicht, dafür steht Substanz und Echtheit bei mir ganz oben.

Überforderung? Warum Reflexion in der Führung kein Luxus ist (sondern Pflicht)

  • 12. Juni
  • 22 Min. Lesezeit




Der volle Tisch — Warum Reflexion in der Führung kein Luxus sondern Pflicht ist


Wer sagt, er fühlt sich gerade nicht überfordert, lügt. Das ist keine Provokation, das ist eine ehrliche Bestandsaufnahme. Der Tisch, an dem KMU-Inhaber täglich sitzen, ist voll: Team, Kunden, Zahlen, Weltlage, eigene Erwartungen. Und all das gleichzeitig. Die Frage ist nicht, ob Überforderung entsteht – sie entsteht. Die Frage ist, was man daraus macht.


Denn Überforderung ist nicht das eigentliche Problem. Das eigentliche Problem ist, was danach kommt: Kurzschlussreaktionen. Entscheidungen, hinter denen man eigentlich gar nicht steht. Verhalten, das nach aussen wirkt – auf das Team, auf die Kunden, auf die Marke – obwohl es aus einem Moment der Schwäche entstanden ist, nicht aus Überzeugung.


Genau hier beginnt das Thema Reflexion. Nicht als Wellness-Übung, nicht als Selbstoptimierungsprojekt. Sondern als Führungsarbeit.



Überforderung und Marke – ein unterschätzter Zusammenhang


KMUs haben einen grossen Vorteil gegenüber grossen Unternehmen: Sie sind nahbar. Man weiss, wer dahinter steht. Man sieht, wie diese Person mit Druck umgeht, wie sie Entscheidungen trifft, wie sie sich verhält, wenn es schwierig wird.

Das ist gleichzeitig ihre grösste Verwundbarkeit.

»Markenführung beginnt bei dir. Wie du mit solchen Situationen umgehst, überträgt sich auf die Markenwirkung.« — Paul

Was das in der Praxis bedeutet: Wer unter Druck aus Angst entscheidet statt aus Klarheit, wer auf Überforderung mit starren Regeln reagiert statt mit Verständnis, der kommuniziert das nach aussen – ob er will oder nicht. Eine Marke ist kein Logo. Sie ist das, was Menschen erleben, wenn sie mit einem Unternehmen in Kontakt kommen. Und das wird massgeblich davon geprägt, wie die Person an der Spitze mit sich selbst umgeht.



Was Reflexion wirklich bedeutet


Reflexion ist kein Selbstgespräch im Nebel. Es ist eine klare Handlung: sich selbst die gleichen unbequemen Fragen stellen, die man anderen stellt – und sie genauso ehrlich beantworten.

»Man stellt sich selbst die gleichen beschissenen, unbequemen Fragen, die man anderen Leuten stellt, wenn irgendetwas nicht stimmt.« — Vinz

Das klingt einfach. Es ist es nicht. Weil echte Reflexion brutale Ehrlichkeit voraussetzt. Das bedeutet auch, sich einzugestehen, dass nicht alles so funktioniert, wie man es nach aussen spielt. Dass man manchmal aus Angst entschieden hat. Dass eine Reaktion nicht die eigene Haltung widerspiegelt, sondern den Stress des Moments.


Und genau da liegt der Wert: Wer versteht, warum er in einer Situation so reagiert hat, wie er reagiert hat, kann beim nächsten Mal anders reagieren. Das ist keine Garantie. Aber es ist der einzige Weg, der funktioniert.



Verantwortung als Befreiung


Es gibt eine Erkenntnis, die viele scheuen – und die gleichzeitig das Befreiendste ist, was man im Umgang mit Überforderung lernen kann: Du trägst die Verantwortung selbst. Für deine Reaktionen. Für deine Entscheidungen. Für deinen Umgang mit dem, was auf dich einprasselt.

»Du hast es in der Hand, was du aus der Situation machst. Wenn du immer nur alles abschiebst auf Umstände, andere Personen oder die Weltlage, wirst du immer unglücklich sein. Aber wenn du weisst, dass du deinen Umstand selbst in der Hand hast, ist das sehr befreiend.« — Vinz

Wer Verantwortung abschiebt – auf die Wirtschaftslage, auf die Konkurrenz, auf schwierige Kunden – bleibt in einer Opferhaltung stecken. Das ist menschlich verständlich. Aber es löst nichts. Die Gegenbewegung ist nicht blinder Optimismus, sondern die nüchterne Entscheidung, mit dem umzugehen, was ist.



Journaling als Werkzeug – konkret, nicht romantisch


Reflexion braucht eine Form. Eine der wirkungsvollsten ist das Journaling. Nicht weil es besonders originell ist, sondern weil es funktioniert – wenn man es regelmässig macht.

Vinz schreibt seit über drei Jahren täglich. Sein System ist klar strukturiert:


Am Morgen: drei Spalten. Wie war ich gestern? Wie will ich heute sein? Was braucht es, um die Lücke zu schliessen? Dann ein kurzer Abschnitt Dankbarkeit – nicht als Ritual, sondern als bewusster Fokus auf das, was gut läuft. Dann: Was ist heute speziell? Was sind die drei Dinge, die ich heute erledigen werde?

Am Abend: Was war gut? Was war schlecht? Was will ich morgen anders machen?

»Etwas vom Spannendsten an dieser Übung ist, wenn man sich die alten Einträge anschaut – von vor einem Jahr, zwei Jahren. Wie man dann merkt, was man eigentlich schon wieder alles gelernt hat. Oder wie man über sich selbst lacht, weil das, was früher ein riesiges Thema war, heute schon wieder vergessen ist.« — Vinz

Das ist der eigentliche Wert: nicht die einzelne Eintragung, sondern der Verlauf. Reflexion wird erst dann wirklich messbar, wenn man sieht, wie weit man gekommen ist.



Drei Schritte für den vollen Alltag


Wer noch kein System hat, braucht keines, um anzufangen. Drei Einstiege, die funktionieren:

  1. Einmal pro Woche anhalten. Freitagabend, 20 Minuten. Was hat mich diese Woche wirklich beschäftigt? Nicht die Aufgabenliste – sondern was sich im Kopf festgesetzt hat, was noch nicht verarbeitet ist.

  2. Aufschreiben, was man nicht mehr will. Eine Liste, die man danach wegwirft. Henning Rühle, den Paul und Vinz in einer früheren Folge interviewt haben, macht das so: Dinge aufschreiben, am Ende des Tages wegwerfen. Was auf dem Papier steht, muss nicht mehr im Kopf behalten werden.

  3. Einen Blick von aussen holen. Jemanden fragen, der ausserhalb des eigenen Betriebs steht. Nicht um Bestätigung zu suchen, sondern um zu hören, was eine andere Person sieht. Oft ist das der wirksamste Korrektiv: Man steckt im eigenen Kopf fest, und jemand von aussen zeigt einem, dass die Gewichtung eine andere ist.

»Von aussen zu hören, dass die Gewichtung in Wirklichkeit ganz anders ist – das baut auf. Weil man dann merkt: Die Probleme, die ich im Hauptfokus habe, sind gar nicht so gross wie die Stärken, die eine andere Person bei mir sieht.« — Paul


Was das mit Marke zu tun hat


Reflexion ist keine Parallelaktivität zur Unternehmensführung. Sie ist ein Teil davon. Wer weiss, warum er wie reagiert, trifft bessere Entscheidungen – auch in der Marke. Wer seine eigenen blinden Flecken kennt, erkennt schneller, wann eine Reaktion aus Klarheit kommt und wann aus Angst.


Das hat direkte wirtschaftliche Konsequenzen. Wer keine Fachkräfte findet, sollte sich fragen, warum andere Unternehmen in der gleichen Branche keine Probleme damit haben. Wer Angebote verliert, sollte sich fragen, was er selbst beigetragen hat – nicht als Selbstgeisselung, sondern als nüchterne Analyse.

»Reflexion und Selbsterkennung helfen dir, genau zu wissen, was du willst und was du nach aussen tragen willst – glaubwürdig, klar und dauerhaft.« — Paul

Markenführung beginnt nicht beim Logo. Sie beginnt bei der Person, die das Unternehmen trägt. Und die kann nur dann klar führen, wenn sie weiss, wer sie ist – und warum sie so reagiert, wie sie reagiert.



So geht Reflexion in der Führung


  • Überforderung entsteht. Die Frage ist, was danach kommt.

  • Kurzschlussreaktionen unter Druck zahlen direkt auf die Markenwirkung ein.

  • Reflexion bedeutet: sich selbst die gleichen unbequemen Fragen stellen, die man anderen stellt.

  • Verantwortung zu übernehmen ist das Schwerste (und gleichzeitig das Befreiendste).

  • Journaling funktioniert nicht durch einmaliges Schreiben, sondern durch Regelmässigkeit.

  • Einmal pro Woche 20 Minuten reichen als Einstieg.

  • Der Blick von aussen ist oft der wirksamste Korrektiv.

  • Markenklarheit entsteht aus Selbstklarheit. Nicht umgekehrt.



Jetzt reinhören


Paul und Vinz sprechen in Folge 116 offen darüber, wie Überforderung entsteht, was sie mit einer Marke macht – und was wirklich hilft. Mit konkreten Werkzeugen, ohne Selbstoptimierungs-Romantik. Wer seinen eigenen Umgang mit dem vollen Tisch besser verstehen will, hört rein.











Bildtext: Überforderung? Halt an!


Das Transkript zu E116

Paul: Wer sich in diesen Zeiten nicht überfordert fühlt, der lügt. Das mal als steile These vorweg. Ich glaube, dieses Grundgefühl – überfordert sein mit dem ganzen Chaos da draussen – und gerade als KMU alles gleichzeitig auf dem Tisch zu haben, was die eigene Mannschaft bewegt, was die Welt bewegt, was das Unternehmen bewegt, das kann nur zur Überforderung führen. Und ich persönlich kenne das nicht nur aus der Selbstständigkeit. Ich kenne das auch im Umgang mit der Familie, mit den Kindern. Auch das kann manchmal überfordern. Und letztlich gibt es dafür eine einfache Lösung, die gleichzeitig verdammt schwer ist. Die Folge ist so ein bisschen auf dem Mist gewachsen, den wir mit Henning im letzten Interview besprochen haben. Da wurde mir nämlich bewusst, dass Überforderung ein Thema ist und dass Überforderung sehr schnell zu Kurzschlussreaktionen führen kann – oder zu Unsicherheit und dann zu irgendwelchen angstgetriebenen Entscheidungen, hinter denen man eigentlich gar nicht steht. Und man verhält sich, obwohl man gar nicht so ist, wie man in dieser Entscheidung gerade wirkt. Und all das ist doch einfach nur kacke. Da hat glaube ich niemand Freude dran, weder vor der Marke noch hinter der Marke. Und die einfache Lösung, die aber verdammt schwer ist, ist sich selbst in seinem eigenen Verhalten zu reflektieren. Und ich weiss, dass ich da kein Profi bin, aber ich weiss, dass du da ziemlich gut bist. Deswegen, Vinz, direkt die Frage an dich: Wie geht denn das, dieses Reflektieren?


Vinz: Holy shit. Da stellst du mir jetzt aber etwas. Ich meine – kurz vorweg – ich finde, reflektieren ist jetzt das Einfachste. Oder? Ich glaube, das wirklich Schwierige ist dann aber auch, sich die Lehre daraus zu ziehen. Und es dann auch so zu machen, wie man es eigentlich will. Also es steht und fällt schlussendlich alles im Machen. Aber jetzt geht es um das Thema Reflexion. Wie macht man das? Man stellt sich selbst die gleichen beschissenen, unbequemen Fragen, die man anderen Leuten stellt, wenn irgendetwas nicht richtig läuft. Oder wenn es gut ist – in jeder Situation. Das vergessen viele, habe ich das Gefühl. Man fragt immer andere aus, bis auf die Knochen. Aber sich selbst die gleichen Fragen stellen – das klingt viel schwerer. Ich glaube, dort braucht es brutale Ehrlichkeit. Sich selbst auch mal eingestehen müssen, dass nicht alles Ponyhof ist, wie man es nach aussen auch spielt. Oder? Wenn etwas gut ist, worauf man stolz sein kann, dass man das aber auch einfach mal ist. Man muss es ja nicht immer auf Social Media teilen oder der Welt hinausposaunen, sondern auch einfach mal auf sich selbst stolz sein. Und dann aber auch die Erkenntnis, die man hat, ernst nehmen und ins Handeln kommen. Es ist so einfach, so stupid. Aber darum bin ich halt so ein grosser Fan von Themen wie Stoizismus, Essentialismus. Es ist so stupid, simpel, dass es eben schon verdammt schwierig ist.


Paul: Ja, ist ja auch eine einzige Übung. Mir fällt gerade beim Thema ein – ich glaube, es ist ganz wichtig, nochmal am Anfang zu betonen, weil uns das mal unter einer anderen Folge darauf hingewiesen wurde: im Umgang mit Depression, wenn man spürt, dass das ein Thema ist, soll man sich professionelle Hilfe holen. Wir wollen hier keine Erkrankungen oder Krankheitsbilder runterspielen und sagen, ihr seid alle selbst schuld. Wenn das irgendwie für euch ein Thema ist, holt euch professionelle Hilfe, redet mit ausgebildeten Leuten darüber und nehmt die Themen ernst. Mir geht es eher darum – oder was wir aus Hennings Gespräch mitnehmen konnten, er war so angenehm ehrlich und bodenständig und hat das so schön auf den Punkt gebracht – dass es natürlich zu Überforderungen kommen kann und dass Markenführung so zu leben, dass diese gewisse Grundreflexion ganz wichtig ist, also sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Und auch da: Wenn ihr irgendwie merkt, ihr braucht Unterstützung, gibt es genügend Leute, die eine Coaching-Ausbildung haben und helfen wollen, helfen können. Es gibt ausgebildete Therapeutinnen und Therapeuten. Auch da den Weg zu gehen. Ich glaube, wenn man es selbst angeht, kann vielleicht sogar auch KI eine Hilfe sein – dass man da Gedanken reingibt, die man vorher selbst reflektiert oder sich selbst vielleicht auch ohne Handy irgendwie zusammengesammelt hat – und schaut, was da zurückkommt. Aber reflektiert genauso die Antwort. Also das ist immer eine Folge von dem, was man ins System hineingegeben hat. Ich glaube, das ist nicht die alleinige Lösung und soll es auch nie werden. Aber es ist ein verdammt schwieriges Thema, habe ich so das Gefühl. Weil reflektieren – sei mal so radikal ehrlich mit dir selbst. Ich meine nicht unbedingt hart ins Gericht gehen, weil das vielleicht auch für einige ein Thema ist und man dann sagt, ich bin unfair zu mir selbst, das soll es ja auch nicht werden. Aber da so die gesunde Mitte zu finden – ich finde, du hast eigentlich schon den besten Punkt mitgegeben: Mach das halt mit einer anderen Person zusammen, wenn es hilft. Oder stell dir selbst die Fragen, die du anderen Personen auch fragen würdest, in einem näheren Umfeld. So wie du auch schon einem Freund geholfen hast und so weiter.


Vinz: Ja. Es braucht halt einfach brutale Ehrlichkeit. Und schlussendlich eine der wichtigsten Erkenntnisse in dem Zusammenhang mit Reflexion – oder generell, wenn man selbstständig ist oder generell durchs Leben geht. Darum komme ich vielleicht auch für viele immer so forsch rüber. Oder darum habe ich auch den schönen Kommentar gekriegt, weil es so rübergekommen ist, als ob ich in dieser anderen Folge jemanden lächerlich gemacht hätte. Obwohl ich schon mal in der Situation war. Aber was mir persönlich geholfen hat – quasi die Erkenntnis – ist, dass du die Verantwortung selbst tragen musst. Das macht Angst. Aber schlussendlich ist es gleichzeitig mega befreiend. Du hast es in der Hand, was du aus der Situation machst. Wenn du immer nur alles abschiebst auf irgendwelche Umstände oder andere Personen oder die Weltlage oder die Politik, dann wirst du immer unglücklich sein. Aber wenn du es weisst und verinnerlichst, dass du deinen Umstand selbst in der Hand hast, dann ist das sehr befreiend und es beruhigt dich auch. Ich kenne auch Leute aus der Psychologie und Coachings – und die sagen eigentlich alle das Gleiche. Und darum stehe ich zu meiner Meinung. Weniger ist mehr. Und wenn man es dann noch bewusster macht und intensiver, dann braucht man eigentlich den ganzen Bullshit auch gar nicht. Wir denken einfach immer, es braucht komplizierte und umständliche Lösungen. Wie es auch im Branding vielfach verkauft wird. Darum haben wir auch den Podcast hier. Und mit dieser Haltung schaue ich mittlerweile praktisch alles im Leben an. Weisst du – weniger ist mehr. Du selbst hast es in der Hand. Mach halt einfach und sei ehrlich zu dir selbst.


Paul: Sehr gut, Vinz. Ja, ausgeklammert – wie gesagt – Krankheitsbilder. Da würde ich mir auch nicht den Schuh anziehen, das ist so differenziert. Professionelle Hilfe holen, haben wir schon geklärt.


Vinz: Ja, logisch. Aber auch dort hast du die Wahl. Ich habe auch einen sehr guten Freund, der sehr krank ist. Er muss regelmässig in solche Untersuchungen gehen. Er sagt jedes Mal, dass es ihn so fertig macht, wenn er die Leute sieht, die schon mit dem Leben abgeschlossen haben. Und dann finde ich immer: Es gibt solche Leute, die eine schwere Diagnose erhalten haben. Aber sie leben einfach weiter. Logisch ist es belastend, logisch tut es weh, logisch macht man sich Gedanken. Aber du hast es auch dort in der Hand. Du kannst alles schleifen lassen, den Kopf hängen lassen – oder gibst einen Fick drauf und lebst halt dein Leben, solange du es noch kannst. Das sind zwei komplett andere Schuhe. Und das geht mir auf den Sack, wenn es immer heisst: »Ja, aber dem und dem geht es ja so schlecht und ich bin ja so speziell.« Jeder hat einen eigenen Rucksack. Logisch. Es gibt sehr krasse Schicksalsschläge. Aber es macht dir doch das Leben einfacher, wenn du sagst: Ich habe es in der Hand, wie ich damit umgehe, wie ich reagiere. Und das geht.


Paul: Ja. Die Entscheidung zu treffen, in diese Haltung zu kommen – ich glaube, das ist schon eine Grundsatzentscheidung. Ich habe gerade gar nicht viele Worte und Gedanken dazu, die jetzt sortiert rauskommen können. Es gehört ja eins zum anderen, führt ja auch alles zueinander hin. Spannend, mal diesen Punkt zu erleben im Podcast, weil ich sonst die ganze Zeit im Kopf schon mitlaufe und genau weiss, was ich sagen möchte. In dem Fall denke ich mir: Es hängt ja aber auch sehr stark vom Umfeld ab, mit dem du dich umgibst, oder was dich in genau der Phase unterstützt. Aber als Grundhaltung jetzt gerade, im Punkt Reflektieren: Ich meine eigentlich, wir sind ein Marken-Podcast und versuchen, das Leben da draussen ein bisschen leichter zu machen mit dem, was wir mitgeben. Es soll eigentlich nur in der Folge darum gehen – nur in Anführungszeichen – zu sagen: Schau mal, alles, was du hinterlässt, hat irgendwie eine Wirkung da draussen. Was du von der Welt aufnimmst, genauso. Also so wirklich sinnbildhaft dieser überladen volle Tisch. Das, was Henning im Interview erzählt hatte: Das sind auf einmal nicht mehr nur die Entscheidungen, wie soll das Logo aussehen, sondern wie führe ich ein Team? Wie funktioniert Abrechnung? Was passiert mit der Steuer? Was ist mit Versicherungen? Wie kriege ich neue Talente an Bord? Wie plane ich eigentlich so ein ganzes Jahr? Das sind ja alles so die Sachen, an die man als erstes denkt. Aber auch der Umgang mit anderen Leuten, die im Netzwerk mit einem arbeiten wollen, und so weiter und so fort. Also je nach Branche unglaublich viele Themen, die da auf dem Tisch liegen. Und wie du jetzt damit umgehst, hat immer einen Einfluss auf die Marke. Das ist dieser Punkt Markenführung. Die beginnt bei dir. Willst du nicht sagen im Herzen da drin, wie sehr du zu deiner Marke hältst – darum geht es eigentlich gar nicht. Sondern: Wie gehst du denn mit solchen Situationen um? Das überträgt sich auf die Markenwirkung. Und gerade KMUs, die nun diesen riesigen Vorteil haben – die sind nahbar, die sind menschlich, da weiss man noch, wer wirklich dahinter steht –, das führt halt auch dazu: Da siehst du auch, wie die Person, die dahinter steht, mit Situationen umgeht und sich zu bestimmten Dingen verhält. Und Henning hat da so ein gutes Beispiel gebracht. Also hört euch unbedingt, falls noch nicht geschehen, dieses Interview nochmal an, weil es wirklich aufschlussreich ist, wie viele Einblicke er da auch gewährt in die Sachen, die ihn beschäftigt haben. Am Anfang waren sie der Meinung, man müsse wirtschaftlich denken – also müssen alle Personen, die bei uns im Büro sitzen, auch acht Stunden da sein bei einer Vollzeitstelle. So ein Denken, was er heute gar nicht mehr hat. Und trotzdem kam es aus dieser Unsicherheit, aus der Überforderung mit einer Situation, einen Umgang zu finden. Und das hat negativ auf die Marke eingezahlt. Und sich an der Stelle aber zu reflektieren, zurückzunehmen, zu sagen: Warum habe ich denn gerade so reagiert? Was war denn der Grund dafür? Und da gibt es sehr viele Gründe. Und wie gesagt – das ist so der weitere Bogen hin zu meinem Umgang mit Kindern, weil ich da die meisten Berührungspunkte aktuell habe. Auch da: Wenn ich gereizt auf meine Kinder reagiere, weil sie mir gerade auf die Nerven gehen und irgendeine Situation eskaliert und ich mir nicht anders zu helfen weiss als kurz durchzugreifen und laut zu rufen, dass jetzt alle ruhig sein sollen – weil ich in dem Moment überfordert bin –, kann ich auch so eine Situation im Nachgang reflektieren. Und natürlich ist das nicht immer angenehm und macht Spass und ist die schönste Beschäftigung im Leben. Aber es hilft halt, damit einen Umgang zu finden. Zu sagen: Warum habe ich denn da gerade laut gerufen? Warum war mir denn die Situation so wichtig, da durchzugreifen? Ich hätte auch einfach entspannt daneben sitzen können und gesagt: In zwei Minuten hat sich das erledigt. Das Thema bei den Kindern findet glaube ich von selbst eine Lösung. Klar, bei KMUs kann man sich nicht immer so aussitzen. Aber es geht einfach darum zu hinterfragen: Warum reagiere ich so auf eine Situation? Was ist mein Rucksack, mein Päckchen, was ich gerade mit mir rumtrage? Und wenn ich das weiss, kann ich auch einen anderen Umgang finden mit Situationen in Punkto Stress, Überforderung oder Belastung. Und da genau zu wissen, was mir auch in so einer Situation hilft. Also ist es dieses ganz simple Dreimal ein- und ausatmen, ganz tief, dann kurz die Wut rauslassen, dann nochmal dreimal tief ein- und ausatmen. Das hatte uns Sarah im Interview mitgegeben. Und dann habe ich die Wut schon mal fliessen lassen und kann dann eigentlich mit einem klaren Blick wieder auf eine Situation schauen. Auch sowas kann helfen. Aber ganz am Anfang habe ich dich vor allem gefragt, Vinz – jetzt wieder den grossen Bogen zurückschlagen –, weil ich weiss, du machst Journaling. Und ich weiss von deiner Erfahrung, dass das einen Einfluss hat. Und auch das ist eine Art Reflexion, also ein Umgang mit dir selbst. Vielleicht kannst du da viel besser als ich – der das mal gemacht hat und dann wieder aufgehört – sagen, was so der Hauptgrund ist, das durchzuziehen und anzugehen.


Vinz: Der Hauptgrund ist einfach eine Entscheidung. Warum macht man es eigentlich? Ich finde, jeder hat seinen eigenen Grund. Oder ihre eigenen Gründe, wie auch immer. Mir hat es damals in einer recht beschissenen Situation geholfen, einfach wieder den Kopf klarzukriegen. Den ganzen Shit, der da oben ist, loszuwerden. Und über die Jahre – ich mache das mittlerweile regelmässig, also eigentlich täglich seit drei, dreieinhalb Jahren – hat sich so ein richtiges System etabliert. Und etwas vom Spannendsten an dieser ganzen Übung finde ich halt, wenn man sich die alten Einträge anschaut. Ein Eintrag von vor einem Jahr, vor zwei oder drei Jahren, oder was auch immer. Wie man dann merkt, was man eigentlich schon wieder alles gelernt hat. Oder wie man dann über sich selbst lacht. Teilweise. Was früher, vor ein paar Jahren, ein riesiges Thema im Kopf war. Und was man jetzt eigentlich schon wieder vergessen hat. Und ich finde, das ist etwas vom Schönsten an der Reflexion. Weil der Mensch so gestrickt ist, dass er sich ständig mit anderen vergleicht. Deshalb bin ich hier ein bisschen anti-social-media, weil ich finde, unsere Gesellschaft beschäftigt sich viel zu viel mit dem Leben von irgendwelchen fremden Leuten. Obwohl man ja weiss, dass das meiste einfach gestellt ist und shiny und perfect – und hinten sind es vielfach die unglücklichsten Menschen auf diesem Planeten. Sogar unglücklicher als die Leute, die wirklich nichts haben im Leben. Ich finde, etwas gibt einem das auch wieder: Es hält einem den Spiegel vor, wie gut es einem tut, wenn man sich halt auch ein bisschen mehr auf sich selbst fokussiert. Weil schlussendlich bist du selbst der Mensch, der von Anfang bis Schluss bei dir ist – und nicht irgendein Influencer oder Promi oder was auch immer. Das finde ich etwas mega Schönes. Dann sieht man einfach, wie klein wir sind und wie die Probleme, die man vielleicht hat, eigentlich recht lächerlich werden. Das hat mir sehr geholfen, wieder eine richtige Grundklarheit herzukriegen. Und einfach den Fokus zu finden. Und wirklich auch zu sagen: Was ist mir wichtig? Was lohnt sich überhaupt zu machen? Was ist in meinen Augen, in meiner aktuellen Situation, vielleicht noch Zeitverschwendung? Und so weiter. Das hat sehr viele Gründe. Aber wenn man für sich ein solches System herausgefunden hat, macht es auch sehr viel Spass. Ich finde es in meiner nostalgischen Bubble schön, etwas in den Händen zu halten. Obwohl das Medium ja wirklich irrelevant ist. Man kann es ja auf dem Handy machen, in der Notizen-App oder was auch immer. Ich habe hier aber mein schönes Buch. Ich finde es cool, wenn ich 20 Jahre in die Zukunft denke und sage: »Schau mal, Jori, schau dir die alten Einträge von mir an.« Dann hat man wirklich noch etwas in der Hand. Wie alte Postkarten.


Paul: Ja, und das ist wirklich die Basis für alles. Das ist ja nicht nur unternehmerisch die Grundlage, Entscheidungen zu treffen oder zu verstehen, warum man in irgendwelchen Situationen reagiert – sondern auch die Basis für die eigene Marke. Also wenn es wirklich dein KMU ist, was du da gerade aufbaust da draussen in der lauten bunten Welt, ist ja auch immer die Frage: Warum machst du das denn? Also fernab vom Geldverdienen. Das ist mit eine der Grundfragen. Und dich da selbst reflektiert zu haben und zu verstehen, warum man auch bereit ist, diesen Weg zu gehen. Oder so viel in das eigene Unternehmen zu investieren an Arbeit, an Energie, an Zeit. Das sind Fragen, da hilft es, das aufzuschreiben, zu reflektieren, sich einfach selbst auch nochmal in der eigenen Ecke besser kennenzulernen. Ich habe, weil wir jetzt schon so viele unterschiedliche Punkte zusammengetragen haben, drei Schritte, wie man das im vollen Alltag versuchen kann einzubinden. Das wäre einmal: 20 Minuten pro Woche anhalten. Also einmal in der Woche sich einfach nur 20 Minuten – oder seien es nur 10 Minuten – Zeit zu nehmen und sich die Frage zu stellen, was einen selbst die Woche über wirklich beschäftigt hat. Und das machst du jeden Abend mit deinem Journal. Aber ganz am Anfang könnte man auch sagen: Mach es halt einmal die Woche. Also wirklich Freitag, bevor das Licht im Büro ausgeht, da nochmal hinsetzen und überlegen: Was hat mich wirklich beschäftigt? Und dann aufzuschreiben – das wäre so die zweite Empfehlung – was du nicht mehr machen möchtest. Also wirklich so eine Liste machen, die man dann vielleicht auch zusammenknüllt. Das hat Henning auch gemeint. Er schreibt Dinge auf und wirft sie am Ende des Tages weg. Das befreit auch einfach, diese Dinge aus dem Kopf auszutragen und zu sagen: Die sind dann nicht mehr da. Sich da auch vom Ballast zu befreien. Und das andere, was auch noch hilft – was vielleicht auch nicht immer einfach ist –: Jemanden ausserhalb von deinem Umfeld fragen, also von einem Betrieb, wo du dich die ganze Woche über aufhältst. Wie die dich einschätzen und reflektieren. Also das machen wir zwei ausserhalb vom Podcast: Ich klage dir immer mein Leid, was auch immer gerade ansteht, und du hilfst mir mit deinem Blick von aussen. Da kann man Bekannte, Freunde, wen auch immer fragen, wie sie einen selbst sehen. Einfach noch einen Blick von aussen zu bekommen. Weil das meist dazu führt, dass man für diese eigenen Dinge, die man im Kopf hat und die einen auch belasten – ich kenne das ja selbst auch –, man diese Dinge mitten in der Nacht mit sich trägt und dann schlecht schläft und sie einem den ganzen Tag belasten. Aber dann von aussen zu hören, dass die Gewichtung in Wirklichkeit ganz anders ist. Dass du, wenn du deine Stärken in dem einen Bereich hast und ich das bei dir voll sehe – das baut dich auf. Weil du dann wieder merkst: Meine Probleme, die ich im Hauptfokus habe, sind gar nicht so gross wie die Stärken, die eine andere Person über mich gerade sieht. Und auch das ist wichtig. Da einfach reflektiert mit sich selbst zu beginnen – das ist die Basis von allem.


Vinz: Ich glaube, was auch hilft, ist einfach so ein Pool an Standardfragen. Dass man sich selbst – wie sagt man – jede Woche eine Frage stellt. Die wird dann einfach mal beantwortet. Das können Sachen sein wie... Ich habe mittlerweile einen ganzen Ablauf, wie das aufgebaut ist. Ich kann es vielleicht auch kurz sagen. Bei uns ist ja auch alles im gleichen Kopf – das Persönliche, das Geschäftliche, was auch immer. Ich habe für mich ein System entwickelt. Am Morgen schreibe ich immer drei Spalten. In die erste schreibe ich, wie ich gestern war. In die zweite kommt, wie ich heute sein will. Und in die dritte kommt, was ich dafür machen muss, um die Lücke zu schliessen. Also was braucht es an Veränderung? Und vielleicht war es ja einfach gut gewesen. Dann weiss ich: Ich mach es einfach genau gleich wie gestern. Das ist Punkt 1. Dann kommt – richtig kitschig – so ein kleiner Abschnitt mit Dankbarkeit. Weil ich finde, das ist etwas mega Schönes, was viele vergessen. Um sich selbst auch einfach wieder mal in Erinnerung zu rufen: Für was bin ich denn jetzt gerade happy? Man stellt sich ja immer nur auf das, was fehlt oder was schlecht ist, fokussiert. Für was bin ich dankbar? Was ist richtig schön? Der dritte Punkt ist dann so: Was ist heute speziell? Was treibt mich an? Wie will ich den Tag gestalten? Dann kommt so ein Abschnitt, in dem ich jeden Tag eine Seite eines Buches lese. Das ist quasi meine Erkenntnis von dieser Seite, die ich aufschreibe. Und dann schreibe ich auf: Was sind die drei wichtigsten Sachen, die ich heute unbedingt erledigen werde? Wenn ich die erledigt habe, dann kann ich zufrieden sein. Das können auch banale Sachen sein. Ja, können auch banale Sachen sein, wie – keine Ahnung – ich muss heute einkaufen. Aber es ist halt gerade wichtig, weil ich die nächsten drei Tage nicht mehr dazu komme und dann habe ich jemanden zu Hause zu versorgen. Sorry. Und am Schluss – der restliche Teil der Seite – ist die mögliche Reflexion. Hier gibt es zwei oder drei Grundfragen. Was war gut? Was war schlecht? Was will ich morgen anders machen? Dann beginnt es wieder von vorne.


Paul: So einfach kann das eigentlich sein. Und das hilft – das muss ich mir auch immer sagen – das hilft nicht nur, wenn man es einmal macht, sondern vor allem, wenn man es regelmässig macht. Weil man sich dann erst dahin konditioniert, damit einen Umgang zu finden. Und das passiert ja nur auf der persönlichen Ebene. Das kann auch niemand abnehmen. Das ist auch der Punkt, den du am Anfang meintest. Du empfiehlst mir das seit über einem Jahr und ich habe zwar tatsächlich selbst mal ein Buch rausgebracht – einen 5-Jahres-Kalender, wo man eine Seite pro Tag hat und das kann man fünf Jahre ausfüllen und dann immer noch schauen, was drüber steht. Das liegt bei mir da. Ich habe aber noch – falls da jemand Interesse hat – 50 Exemplare hier rumliegen. Aber man muss halt einfach damit beginnen. Und das andere – das Reflektieren von der Marke, von der Aktualität – dafür gibt es Menschen wie uns. Also fragt Vinz an, fragt mich an. Kommt ins Gespräch, wir schauen uns eure Marke an. Und dann kommen wir automatisch in einen tieferen Austausch und reflektieren mal: Was läuft gut, was läuft nicht gut, wovon will man sich eigentlich distanzieren, wo wird ein falsches Bild in die Welt da draussen übertragen, wie ihr gar nicht sein wollt? Und das ist genauso Reflexion über die eigene Aktivität. Und das soll ja alles nur dazu führen, dass du klare Entscheidungen treffen kannst und einen bewussten Umgang findest. Und dass du aber auch deine eigenen Kräfte ein bisschen schonen kannst. Dass du dich nicht permanent mit allen Dingen gleichzeitig auseinandersetzen musst, sondern genau weisst: Wo ist der Fokus? Was ist wichtig? Was will ich machen? Was tut mir auch selbst gut, wenn ich es mache? Was mache ich bewusst nicht mehr? Was kann ich abgeben? Wovon trenne ich mich? All das ist ein Prozess. Und ich kann aus meiner persönlichen Erfahrung nur sagen: Diese Welt da draussen hat täglich Angebote für mich parat. Und ich bin jemand, der überhaupt keine Shopping-Sucht hat und sich auch kaum Gegenstände kauft – aber für Ideen sofort Feuer und Flamme ist. »Vinz, wir starten noch einen Newsletter, wir machen eine Masterclass, wir machen unser erstes Live-Event« – was auch immer. Mich gewinnt man ziemlich schnell für solche Ideen. Und mich da aber zu reflektieren und zu sagen: Was ist denn die eine Sache – wie du das gerade meintest –, was sind die drei Sachen, die ich machen muss, damit der Tag ein Erfolg ist? Dann kann ich den Tag eigentlich abschliessen und mich um all die anderen Dinge kümmern. Aber die Sachen sind essentiell. Und auch das ist Reflexion. Das geht einfach darum, einen reflektierten Umgang nicht nur mit sich selbst zu finden, sondern auch mit den Systemen, die man sich selbst erschaffen kann. Und Marke ist genauso eins dieser Systeme, die dabei helfen, einen Umgang damit zu finden.


Vinz: Ja. Das sind ja vor allem im Bereich Marke dann auch wesentliche Sachen – wie zum Beispiel, was wir auch immer wieder ansprechen: Keine KMU findet Fachkräfte, und alle jammern immer. »Es gibt keinen Nachfolger, niemand interessiert sich für das« – was auch immer. Ja, dann reflektiere halt mal, warum. Weil es gibt in der gleichen Branche Unternehmen, die keine Probleme mit der Mitarbeitergewinnung haben. Oder eine super Unternehmenskultur haben, weil sie andere Strukturen etabliert haben – wie zum Beispiel gleitende Arbeitszeiten. Was auch immer. Also dort vor allem im wirtschaftlichen Bereich: nicht immer nur auf der Gefühlsebene bleiben, aber das hat meistens wirklich messbare wirtschaftliche Auswirkungen. Also es zu reflektieren – egal ob für sich selbst oder eben auch als Marke, als Unternehmen – das ist halt extrem unterschätzt. Da sollten sich halt viele auch mal ehrlich den Spiegel vorhalten.


Paul: Wobei ich das wirklich noch raushauen muss: Ich habe immer das Gefühl, dass Wirtschaft so super analytisch verkauft wird – oder auch so in den Köpfen drin ist, dass das etwas ganz Sauberes, Klares, Mathematisches ist. Wenn man sich ehrlich macht, spielen da genauso viele emotionale Bauchgefühlsentscheidungen eine Rolle. Im Prinzip kann man immer sagen: Du hast eine Entscheidung gefällt, ohne dass du es weisst – und findest im Nachgang die Begründung dafür, warum die Entscheidung die richtige für dich ist. Und das kann positiv als auch negativ sein. Und das sind Dinge – die wir selbst, die du auch, die wir schon erlebt haben – gerade so im Umgang mit: Man präsentiert Angebote oder einen Projektvorschlag, und Leute reagieren irgendwie darauf. Und manchen Leuten ist es zu teuer und anderen Leuten wäre genau der gleiche Preis zu günstig. Und die Entscheidungen sind durch andere Umstände davor gefallen. Das weiss ich, ich schweife gerade ab vom Thema. Aber das ist genauso ein Umgang mit Reflexion: Sich zu hinterfragen – woran liegt es wirklich? Und da in dem Kontext auch selbst – angenommen, man hat ein Angebot präsentiert und das wurde nicht angenommen, weil es zu teuer ist, und da gab es irgendwelche Gründe, die ja auch alle nachvollziehbar sind –, sich selbst zu reflektieren und wirklich zu sagen: Lag der Fehler gerade bei mir? Oder war es überhaupt ein Fehler? Oder liegt es an einer anderen Person? Was habe ich mit reingegeben, dass die Situation so war, wie sie war? Das ist Reflektieren. Einfach da einmal innezuhalten, kurz zu hinterfragen, sich wieder selbst einzuordnen und genau zu wissen: Dafür stehe ich. Das ist mir wichtig. Und so will ich weitermachen. Dazu passt auch der kurze Schlusssatz: Einfach nur zu sagen – diese Reflexion und Selbsterkennung hilft dir dabei, genau zu wissen, was du willst und was du vor allem in Hinsicht Marke nach aussen tragen willst. Glaubwürdig, klar und dauerhaft. Oder?


Vinz: Hört, hört.


Paul: Ja, kommentiert doch einfach mal, liebe Freunde da draussen. Alle, die sich mit Reflexion auskennen, können uns gerne verbessern und Hinweise dalassen. Also wir optimieren den ganzen Spass hier auch weiter. Sagt mal, ob ihr reflektiert oder nicht. Und wenn ihr mehr Branding ohne Bullshit erfahren möchtet – was ein bisschen über den Tellerrand schaut, was nicht nur über Logogestaltung von irgendjemandem erzählt –, teilt dieses Format gerne und hinterlasst Likes und folgt dem ganzen Spass. Das hilft uns nämlich extrem, damit noch mehr Leute verstehen, warum Reflexion ein Thema ist und warum andere Themen auch ein Thema sind. So viel noch dazu.


Vinz: Ja. Danke vielmals für das Thema. Ich hoffe, es hat wie immer irgendjemandem geholfen. Und sonst würde ich sagen: Bis zum nächsten Mal.


Paul: Bis dahin, Vinz. Danke dir. Ciao.


Vinz: Ciao!


 
 
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